
Radiohead in Berlin
Am Dienstag dem 9. Dezember hatte ich das große Glück, Radiohead in der Berliner Uber Arena erleben zu dürfen. Das war das zweite von insgesamt vier Konzerten in der Hauptstadt. Im Rahmen ihrer Europa-Tournee, der ersten nach sieben Jahren, spielte die Band 20 Konzerte: je vier in Madrid, Bologna, London, Kopenhagen und eben Berlin. Im Schlepptau hatte ich meine Tochter, bereits in jungen Jahren ebenfalls großer Fan der Band. Das ist etwas, was mir wirklich Freude bereitet, denn Radiohead ist meiner Meinung nach Musik für Fortgeschrittene. Hat mich seiner Zeit jede Menge Energie gekostet, um mit OK Computer warm zu werden. Wie oft habe ich diese Platte weggelegt und wieder rausgeholt, bevor der Groschen gefallen war … Verflucht habe ich sie! Aber irgendwas musste ja dran sein, wenn jedermann davon schwärmte. War es auch. Ein ganz tolles Album – bis heute – wenn auch etwas schwer zugänglich. Bei mir war es Liebe auf den zweiten Blick. Die darauf folgenden Platten Kid A und Amnesiac sind noch experimenteller, noch vertrackter, machen noch mehr Spaß. Ganz große Kunst, wie alles weitere, was bis heute veröffentlicht wurde.
So wie die Musik, war auch das Konzert ganz große Kunst! Und die Uber Arena ist der perfekte Ort für derlei Veranstaltungen. Ich behaupte, es gibt in dieser Halle keine schlechten Plätze. Man fühlt sich jedes Mal wie in einem Hochglanzkonzertfilm, als wäre das gar nicht real, einfach nur traumhaft! In der Mitte der Halle befand sich eine Rundbühne, die mit beweglichen LED-Tafeln in eine Art Käfig verwandelt werden konnte. Die Bühnenshow machte reichlich Gebrauch von den technischen Möglichkeiten, fuhr die Tafeln hoch und runter, legte Effekte auf das Videobild, und gab immer wieder den Blick hinter die Tafeln frei – mal vollständig, mal teilweise, mal halbdurchlässig oder auch mal ein Mix davon. Eine tolle Show!
Musikalisch blieben kaum Wünsche übrig. Die Setlist an diesem Tag hat uns beiden sehr gut gefallen. Ich hätte mir noch Decks Dark von A Moon Shaped Pool gewünscht, aber sei’s drum, man kann nicht alles haben. Das ganze Konzert war klasse. Wenn ich etwas hervorheben wollte, dann vielleicht: All I Need und Ful Stop, The Bends, Myxamatosis, Exit Music (for a Film) und Street Spirit (Fade Out), sowie der Zugabenblock mit u. a. Weird Fishes/Arpeggi, Ideoteque, Present Tense und There, There.
Nach dem Konzert ging es dann in Profimanier schnurstracks zum Parkhaus, ins Auto und ab auf die Autobahn nach Hause. Da es keine Vorband gab und das Konzert bereits 20:30Uhr begann, waren wir schon gegen 1Uhr wieder in Dresden. Anbei noch ein paar Schnappschüsse. Alles in allem ein Abend, den wir beide so schnell nicht vergessen werden.