Woods of Birnam im Beatpol Dresden

Woods of Birnam im Beatpol Dresden

Gestern schaute ich mir – auf Empfehlung – die Dresdner Band Woods of Birnam im hiesigen Beatpol an. Die sind nämlich gerade mit ihrer neuen Platte Solaris auf Tournee. Eine sehr umtriebige Band, die nebenbei auch Theater inszeniert (u. a. mit Live-Musik) und Filmmusik schreibt.

Ich hatte zuvor so gut wie noch gar kein Material von denen gehört, zumindest nichts, was mir in Erinnerung geblieben wäre. So ging ich also total unvorbelastet und erwartungsfrei in den Abend. Wir trafen uns kurz nach 19Uhr am Beatpol in Dresden Briesnitz. Glücklicher Weise ist der noch immer genauso klasse wie bei meinem letzten Besuch vor einigen Jahren. (Asche auf mein Haupt!) Im Obergeschosse befindet sich ein kleiner feiner historischer Saal mit angeschlossener Garderobe, schicker Bar an der Stirnseite, sehr ordentlichen Toiletten rechter Hand, einem kleinen Rang linker Hand (ohne Publikumszugang), mittig einem Bereich für Tontechnik und natürlich einer Bühne am Ende des Saales. Das Bierangebot ist top: Pilsner Urquell und Bayreuther Hell – was will man mehr!

Nachdem wir unsere Jacken verstaut und uns ein Bier genehmigt hatten, suchten wir uns ein schönes Plätzchen leicht links vorm Mischpult. Publikum war bunt gemischt, alle Altersklassen vertreten. Nach Bier Nummer zwei gings dann auch schon los. Auf der Bühne mittig der Schlagzeuger, links und rechts mehrere Keyboards/Synthesizer sowie Bass und Gitarre, vorn der Frontmann und ein weiteres Tasteninstrument. Was da aus den Boxen kam, war elektronische Musik gepaart mit der Kopfstimme (überwiegend) von Sänger Christian Friedel. Hat mich musikalisch schon abgeholt, allerdings muss man den Gesang halt mögen. Für mich hat die Kombination manchmal funktioniert, manchmal auch nicht. Etwas mehr Charisma oder auch Aggressivität (wie bei EBM) hätte dem ganzen m. E. ganz gut getan. Aber sei es drum! Meiner Begleitung – ausgesprochener Fan der Gruppe – hat es jedenfalls gefallen, sowohl das neue Material als auch die Hits. Ich fühlte mich auch recht gut unterhalten.

Eine Sache finde ich rückblickend jedoch etwas seltsam: Die Highlights des Abends (meine zumindest) waren ausgerechnet zwei Cover-Versionen! Zum einen I Feel Love (Donna Summer, 1977) und zum anderen, als Rausschmeißer, ein Stück von Björk, performt von Christian Friedel allein am E-Piano. Die Donna-Summer-Nummer wurde angekündigt im Zusammenhang mit Klaus Nomi, von dem es auch eine Cover-Version gibt. Den genauen Kontext hab ich leider vergessen. Egal, auf jeden Fall ging der Song ab wie Schmidts Katze. Einziger Kritikpunkt: Zu kurz! Es hätten gern drei, vier oder auch fünf Minuten mehr davon sein dürfen. Alleine dafür hat sich der Eintritt schon (fast) gelohnt.

Auch wenn “die Woods” jetzt nicht gleich zu meiner Lieblingsband werden, war das doch eine gelungene Veranstaltung. Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, wieder häufiger in den Beatpol zu gehen. Die Vorschau sieht schon mal ganz brauchbar aus. Wie wärs mit Romano am 6. März? Schaun’mer’mal…